Kopf und Herz - Thoughts and Feelings

FEEDBACK

Scheitere ich mit meinem Blog?

Drei Jahre investierte ich Zeit und Energie in meinen Blog. Er ist so geworden, wie ich ihn mir anfangs versuchte, vorzustellen. Drei Jahre investierte ich Zeit und Energie in meinen Blog. Ich für mich bin stolz darauf, wie ich mit ihm schon gewachsen bin. Drei Jahre investierte ich Zeit und Energie in meinen Blog. Niemals mit der Idee, damit Geld zu verdienen oder einfach nur hohe Follower-Zahlen zu erwarten, weil ich nur Instagram-würdige Fotos hochladen würde. Drei Jahre investierte ich Zeit und Energie in meinen Blog. Mit den ersten drei Monaten 2020 stecke ich statistisch gesehen mein ganzes erster Jahr 2017 in die Tasche.

Scheitere ich mit meinem Blog?

Jemand hat damals 2017 am Anfang zu mir gesagt, dass mein Blog ja ein Tagebuch sei und man das früher halt nicht in die Öffentlichkeit getragen hätte, sondern für sich behalten hat. Diese Ansicht hat mich damals traurig gemacht. Dieser Blog ist definitiv nicht nur irgendein Tagebuch, in das ich unstrukturiert meinen Bullshit ablade und in dem ich rum heule was für eine arme Sau ich doch bin. Ein Tagebuch bedarf keinem Feedback, es nimmt einfach stillschweigend alles hin. Der Blog ist so viel mehr. Ich fragte mich, ob meine Energie das wert war.

Scheitere ich mit meinem Blog?

Denn eine Sache würde ich mir tatsächlich mehr wünschen – Feedback, Reaktionen, Lebenszeichen. Und da mir das fehlte und ich anfing, den Wert meiner aufgewendeten Zeit und Energie zu bezweifeln, wurde ich aktiv. Die letzte Zeit habe ich immer wieder auf unterschiedlichen Kanälen nach Feedback gefragt. Das fand ich gar nicht einfach, denn erstes fragte ich die Leute nicht gern um einen Gefallen und zweitens war auch nicht jeder meiner Frage-Strategien wirklich den Aufwand wert. Warum folgst du meinem Blog, fragte ich also. Ich bekam so viele schöne Rückmeldungen, die mich bestärkt und von Neuem motiviert haben. Vielen Dank für jedes einzelne Wort und jede Meinung sowie die Zeit, die ihr euch dafür genommen habt.

Scheitere ich mit meinem Blog?

Die Antwort lautet nein. Mir folgt ein bunter Mix aus Nicht-Betroffenen, CEDlern und Stomaträgern und so unterschiedlich war auch das Feedback. Positiv erwähnt wurden mein Schreibstil sowie die Themenvielfalt, was mich freut. Jemand bezeichnete mich als Sprachrohr für Betroffene, was mich ehrt und sich damit deckt, dass der Blog anderen Mut zu machen scheint und Hoffnung schenkt. Ich persönlich wurde immer wieder gelobt für meinen Umgang mit der Krankheit sowie meiner Aufklärungsarbeit, die mit dem Blog gelebt würde. Schöne finde ich die Rückmeldung, dass der Inhalt in der Praxis wirklich gute Einblicke für Nicht-Betroffene ermöglicht und auch, dass einige den Blog nutzen, damit ich dieselbe Geschichte nach meinem Befinden und so weiter nicht jedem einzeln erzählen muss.

IMG_8236

Jemand nannte den Blog einen emanzipatorischen Akt – sich so unverblümt darzustellen. Das ist wahrscheinlich der ehrlichen und offenen Art des Inhalts geschuldet, denn das sorgt wie nichts anderes für meine Authentizität. Es fällt auf und wird oft im Feedback erwähnt – entweder, weil es die Leser überrascht, sie es viel zu persönlich finden oder weil verstanden wurde, was ich mit dem Blog damit ausgesagt wird. Ich muss mich nicht verstecken und der Blog braucht genau diese nackte Wahrheit, um zu leben. Für mich heißt Sicherheit hier, dass ich meine Anonymität sowie einiges an Privatsphäre aufgeben und einen Teil meines Schutzpanzers ablegen musste, um den Blog zu verwirklichen.

 

 

Am I failing with my blog?

I invested three years of my time and my energy to write this blog. It turned out to be what I had tried to imagine beforehand. I invested three years of my time and my energy to write this blog. I personally am proud of the way I have grown with it. I invested three years of my time and my energy to write this blog. Never did I have in mind to earn money with it or to simply expect masses of followers because I did the most profitable pictures e.g. I invested three years of my time and my energy to write this blog. By the end of March 2020, I draw level with my complete first year 2017, statistically.

Am I failing with my blog?

Back in 2017, someone told me that the blog was only a diary and that in the past this was done behind closed doors – and it stayed there. This comment had saddened me. This blog is most definitively not just any diary I dump my shit into without any structure or second thoughts and where I only moan what a poor individual I am. A diary on the other hand would not need any feedback at all, it would just absorb whatever I fed it. This blog is so much more. I began to ask myself if this here was still worth all my time and energy.

Am I failing with my blog?

Because there actually were things I had hoped for – more feedback, more reactions, more signes of life. I started to miss those things more and more since, again, I was wondering it my time and energy was worth the trouble. So, I began asking around. I did this for a while now, using different methods and channels. This was not easy for me since I don’t like asking people favors and not every method turned out to be effective. My question was: Why are you following my blog? I got so much great feedback that encouraged me and that gave me loads of motivation. Thank you very much for every single word and opinion as well as the time you used for it.

Am I failing with my blog?

The answer to my question is no. I am not failing here. I got a wild mix of people following me, it is healthy people, people with IBD or ostomy and so all the reactions were with mixed background. My spelling style and topic diversity was mentioned positive, thank you. Some said I was like a spokesman for people with IBD or an ostomy and I felt honored. This conforms to the feedback I got that the blog would encourage others and that people would also draw hope from it. I personally was complimented on how a dealt with the disease and how I was raising awareness with my blog. It was great to here from non-IBD or non-ostomy people that my content really helped them understand what life was like and that a lot of my friends used it as a tool to exculpate me from telling everyone the same story over and over.

Someone said my blog was an act of emancipation – to present myself so outright. This is owed to the honest and naked content and the way of presenting it which creates my authenticity. It catches people’s eyes and is mentioned again and again. But the reason for mentioning it varies… some are surprised, some are feel it is way to personal and other understand that this blog means. I do not have to hide and the blog needs this frankness to live, to exist. True decisions include loss of security, in my case this means giving up my anonymity and parts of my privacy as well as getting rid of my protective wall too.

2 Kommentare zu „FEEDBACK

  1. Liebe Elisa.
    Ich fange gerade an, mich in deinen Blog einzulesen.
    Auch für mich als Nicht- Betroffene finde ich es sehr interessant.

    Danke dass du mich an deinem Leben teilnehmen lässt.

    Liebe Grüße
    Adelheid

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s