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Eine Mini-Rezension zu „Ach du Scheiße“

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Kirsten’s eigene „erste Aufklärung“ war so mies, unpersönlich und es schien so unmöglich, sich mit diesem neuen Leben auseinanderzusetzen … aber dieses von ihr erdachte Buch soll denen helfen, die am Anfang auch nicht an die Hand genommen werden.

Allein der Titel dieses Buches hatte bei mir auf ganzer Linie gewonnen.
Ganz. Mein. Humor.

Als ich persönlich 2008 mit Morbus Crohn diagnostiziert wurde, bekam ich zwar allerhand Broschürchen … jedoch fühlte ich mich beim Lesen dieser auf einmal 60+ und war von der trocknen klinischen Darstellung eher demotiviert. Sie landeten dementsprechend schnell in irgendeiner Schublade und wurden vergessen. Mit der Krankheit und dem neuen Leben habe ich mich dann anders auseinandergesetzt. Kirsten’s Buch ist frisch, modern und jung. Die Illustrationen gelingen ihr wie von Zauberhand und geben dem Buch eine noch persönlichere Note. Denn das Buch ist nicht von fernem Fachpersonal geschrieben, sondern von einer Betroffenen, die weiß, was sie sagt. Es macht glatt Spaß – würde man vergessen, was für eine Scheiße so eine CED doch eigentlich ist.

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In den letzten 12 Jahren habe ich selbst so einiges gesehen, erlebt und ausprobiert. Auf eigene Faust und vieles davon lange, bevor ich mich viel mit Facebook-Gruppen, Vereinen und anderen Betroffenen auseinandersetzte. Weil das meine Art war und diese ganze CED-Gemeinschaft erst in den letzten Jahren so extrem wundervoll gewachsen und publiker geworden ist. Kirsten’s Buch ist eine realistische und nicht pessimistische Darstellung der Dinge, wie sie sind und werden können – aber nicht müssen. Ich konnte nichts finden, dem ich nicht zustimmte und waren mir der Großteil der Informationen schon bewusst, habe aber auch kleine neue Details aufgenommen.

Die wichtigsten Informationen werden genannt, oft zwar nicht in die Tiefe erklärt – aber genau das soll und muss dieses Werk ja nicht. Ihre kleinen immer wieder verstreuten Ratschläge aus eigener Erfahrung passen wie Arsch auf Eimer, wie man so schön sagt.  Je besser du dein Bauchmonster kennenlernst, desto handzahmer wird es. Immer wieder sagt Kirsten etwas, was enorm wichtig ist in meinen Augen: Stellt euch diesem Leben! Und besonders süß fand ich den Vergleich, dass unser liebes Bauchmonster wie ein Haustier sei, auf das alle aufpassen müssen. Toll finde ich den Aufbau des Buches, nämlich in Frage-Form. Fragen, die einem gerade bei der Diagnosenstellung durch den Kopf rasen und die Kristen hier einfach angeht. Weil wir am Anfang Antworten brauchen und oft nicht bekommen.

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Hier ein Beispiel dafür, wie Kirsten sich auf diesen Seiten ausdrückt.
Finde. Ich. Gut.

Gerne hätte ich dieses Buch damals vor 12 Jahren gehabt – für mich als Betroffene mit einem Kopf voller Ungewissheit und für meine Familie sowie Freunde, die ein paar Dinge für die Zukunft verstehen müssen. Genau dafür finde ich dieses Buch nämlich super – um es nach dem ersten Lesen erst mal weiterzureichen. Denn dann ist man mit sich und seinem Bauchmonster nicht ganz so allein in seinem direkten Umfeld. Die Informationen erschlagen einen aber nicht zu sehr und durch die lockere Darbietung ist es viel besser bekömmlich für unsere Lieben.

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Ihre ganz persönliche Broschüre, die erst nur fiktiv für ihr Studium existiert hat. Eine Broschüre, die einem ein gutes Gefühl gibt und abholt. Alles richtig gemacht Kirsten!

 

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