
Vor fünf Tagen haben wir Abschied genommen, Abschied von unserer Fellnase Sidney.
Dieser besondere Kater war zehn Jahre alt geworden und liebte es, draußen zu sein und seinen Garten zu erkunden. Er kuschelte oft und spürte es, wenn wir eine extra Portion Liebe brauchten. Manchmal war er auch eher wie ein Hund, denn selbst,?wenn wir in den Urlaub flogen und jemand in seinem Reich nach ihm schaute, freute er sich danach nur, uns zu sehen und war nie böse. Sein Schnurren war manchmal nicht von einer Taube zu unterschieden und leichtfüßig war dieses kleine Trampeltier definitiv nicht. Er hatte Charakter und wie jeder von uns seine Eigenheiten und Macken. Es gäbe so viel Dinge, die ich über ihn erzählen könnte. So viele lustige und schöne Momente, die wir mit ihm erleben durften und die wir für immer in unseren Herzen tragen werden. Ihn zu verlieren schmerzt so sehr, da uns unser felliges Familienmitglied so viel gegeben hat. Wir haben ihn in der Nacht von letztem Dienstag auf Mittwoch gehen lassen müssen, haben ihn einschläfern lassen. Zu sehen, wie das Leben ihn verlässt, lässt mich nicht los. Seither versuchen wir jeden Tag, damit umzugehen, dass da ein riesiges Loch in unserem Zuhause ist. Oft kämpfe ich mit den Tränen, wenn ich merke, dass ich gerade etwas anders mache, weil er nicht mehr da ist. Und oft rede ich mit mir selbst, weil er gar nicht mehr da ist, um es zu hören. Diese Zeilen hier bringen mich zu weinen, weil ich es gerade nicht verdrängen kann, dass es kein schlechter Traum ist und wir damit leben müssen. Abschied nehmen, das wird mich noch ein Stück Zeit und Kraft kosten.
Wir alle müssen immer wieder Abschied nehmen. Von Menschen, tierischen Weggefährten oder Vorstellungen. Natürlich ist das Abschied nehmen mal leichter, mal gewollt und erwartet, aber manchmal viel zu früh, ungewollt und verdammt schwer. Wir müssen alle Abschied nehmen, weil es Teil des Lebens ist und dazugehört. Aber Schmerz, Trauer und Schwäche sind keine Emotionen, die wir gerne haben und somit gern verdrängen. Ich sage das, weil es wichtig ist, auch diesen Emotionen eine Zeitlang gewähren zu lassen. Wir dürfen trauern und wir dürfen es zeigen. Und weil das Leben weitergehen muss, werden wir uns irgendwann daran gewöhnen, dass wir uns von jemandem verabschieden mussten. Dann können wir uns an die schönen und lustigen Momente erinnern und wie es uns bereichert und verändert hat. Aber es ist okay, wenn das seine Zeit braucht. Ich weiß nicht, wie lange wir bzw. wie lange ich brauchen werden.
Lieber Sidney, du bist nun im Katzenhimmel und wir vermissen dich schrecklichst. Jeden Moment zu Hause fehlst du. Wir sind dankbar für die Jahre, die wir mit dir hatten, sie waren so wunderschön. Du wirst immer einen großen Platz in unseren Herzen haben. Wir lieben dich
