Kopf und Herz - Thoughts and Feelings

ERLEBNIS COVID19 – MITTEN DRIN STATT NUR DABEI

Sorry everyone – at the moment I do not have much time on my hands with the baby and all. I need to pause the English text on this post since I do write those myself too. This post is about COVID-19 and what I think about it, what I think should be seen differently and at the bottom of this there is a longer chart on things people get annoyed with these days and what they worry about … and what a chronically ill person, me, thinks about those thoughts.

Wir sind alle mitten drin… keiner will das, aber wir sind es. Jeder von uns ist – mehr oder weniger – betroffen, mitgenommen, beeinträchtigt, beeinflusst, gehindert. Eine solch rasante Entschleunigung des Lebens, das wir bisher kannten, ist einzigartig und historisch ohne Vergleich gewesen. Obwohl das Leben jetzt wieder anläuft, wird es so schnell nicht mehr dasselbe sein. Die Welt ist heute stärker verbunden denn je und was wir oft als Vorteile und Privileg nutzen dürfen, beißt uns nun gewaltig in den Hintern. Die aktuelle Situation hat für mich immer noch nichts an seinem „bizarr“ sein verloren. Nichts an seinem „das ist doch wie im Film“. Sie verliert nicht an Ernsthaftigkeit. Nicht in Bezug auf Menschenleben, einzelne Existenzen und die komplette Weltwirtschaft. Es hat auf viele Arten aufgehört, jemals lustig und irrelevant zu sein. Noch lange werden wir Nachwirkungen spüren.

Bild Anfang

Die meisten meiner Beiträge schreibe ich schnell und brauche keine Bedenkzeit, wenn es um das Posten geht. Manche Themen jedoch brauchen ganz schön lange und sind schwerverdaulich – so wie dieser Eintrag hier. Über Wochen habe ich grundsätzlich überlegt, ob ich über meinen Blog als chronisch Kranker öffentlich Position beziehen will. Wer das jetzt hier liest, weiß, ich habe mich entschieden und einen Weg für mich gefunden. Nach Monaten voller Beobachtung von anderen Menschen, den Nachrichten und mir selbst möchte ich heute ein paar Gedanken mit euch teilen. Unterschiedlichste Gedanken zu der aktuellen Zeit.

  • Ich bin dankbar, dass es uns und unseren Lieben im Großen und Ganzen gut geht. Fast ideal ist unsere persönliche Situation, weshalb wir uns null beschweren. Wir kennen Menschen, die nun an der Front arbeiten müssen, die um Existenzen bangen, die versuchen, ein ganzes System von Menschen für ihre Kinder zu ersetzen. Das ist hart. Haltet durch!
  • Ich frage mich nicht, ob ich mich von COVID-19 für immer fernhalten kann, sondern wann es mich erwischt. Dabei gehöre ich zur Risikogruppe wegen einem durch Medikamente supprimierten Immunsystem. So. Meine Überzeugung ist, dass mich dieser Virus nicht umbringt, dass ich ihn mir aber leichter einfange und damit wirklich keinen Spaß habe.
  • Ich finde, dass SOCIAL DISTANCING ein total bescheuerter Begriff ist, dessen Bedeutung extrem falsch interpretiert wird. Es geht nicht darum, sich sozial und menschlich von jedem zu entfernen. Nur auf die räumliche Trennung kommt es an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Heutzutage haben wir so viele Möglichkeiten, wir müssen nur offen sein. Den Leuten fehlt im Moment nichts Materielles, sondern absolut nur Menschliches. Welch‘ Symbolik.
  • Ich habe fast gänzlich aufgehört, Nachrichten zu lesen oder zu hören. Um es mit meinen Worten zu sagen: Schnauze voll! Meine Sicht auf das Netz hat sich drastisch verschlechtert, einfach zu viel Bullshit, Fake News und überflüssiger Mist. Also lasse ich die Berichterstattung einfach ziemlich außen vor und mach mein Ding. Generell eine gute Einstellung.
  • Ich merke an, dass eine Impfung nicht für jeden die ersehnte Endlösung ist. Viele geilen sich daran auf und ich bin nur noch genervt davon. Der Impfstoff könnte im Körper z.B. gar nicht die gewünschte Reaktion hervorrufen oder man fragt sich, wenn man sich schon nicht gegen die Grippe impft, warum dann gegen COVID-19. Mehr sag ich dazu nicht.
  • Ich danke COVID-19 für dieses leere und unverplante Zeit, denn sie war sehr wertvoll für mich. In dieser Zeit konnte ich mich selbst besser kennenlernen, mir klarer über Ziele werden, mich von Dingen trennen und neu evaluieren, was mir ganz persönlich guttut. Es war ganz einfach eine Chance, in sich selbst hineinzuhorchen. Das heißt nicht, dass ich grad super entspannt bin, ich wünschte es, aber das Leben mit Baby verlangt mir ganz schön was ab.
  • Ich glaube fest daran, dass oftmals Dinge kaputtgehen müssen, um Platz für Neues zu schaffen. Wie ein endloser Kreislauf und wie Bewegungen, die andere Bewegung in Gang setzen. Ein Mensch bewegt sich nie, ohne nicht einen anderen zu beeinflussen. Aktuell müssen wir alle beweisen, was wir gewillt sind, als Teil einer Gesellschaft für andere zu tun, nicht nur für uns. Weil unsere Bewegung andere beeinflusst. Viele haben das noch nicht verstanden.
  • Ich habe bisher selten gesehen, wie unterschiedlich die Menschen auf das gleiche Schicksal reagieren (außer auf eine Diagnose). So viele Variablen spielen eine Rolle, wie gut oder schlecht jemand gerade klarkommt. Entscheidend ist es, Chancen zu erkennen und zu nutzen sowie umdenken zu wollen und es auch zu tun. Stets gilt, dass man das Beste draus machen muss und wenn es bedeutet, die eigene Einstellung zu ändern. Ein gutes Mindset ist eine Lebenslange Aufgabe. Das gilt jetzt und für jede andere Krise, die da noch kommt.
  • Ich bin beeindruckt, wie die Menschen in dieser Krise kreativ werden. Wie sie umdenken, wie sie ihre Denkstruktur ausreizen und über sich hinauswachsen. Das mag ich. Gute Menschen mit Kampfgeist. Wege finde, das gilt für jede Situation, die nicht wie gewohnt ist. Was ebenso Einfluss auf das-Wege-finden hat, ist ein einfacher Umstand: sich selbst nicht zu wichtig oder zu ernst zu nehmen. Jeder sollte vor seiner eigenen Haustür kehren, immer.
  • Ich fühle einen riesigen Unterscheid zwischen „allein sein“ und „einsam sein“… alleine findet man Verbundenheit mit sich selbst, einsam vermisst man die Verbundenheit mit anderen. Ich fühle mich in letzter Zeit alleine sehr wohl und ziehe Energie daraus, mit mir selbst zu sein. Statt aller Panikmache, Hetze und neuer Regeln sollten eigentlich andere Dinge in den Alltag von uns allen gehören: Stärkt euer Immunsystem, ordnet eure Gedanken und tut euch Gutes.

Ich, mit einer chronischen Krankheit, habe in dieser Krise Vor- sowie Nachteile. Eine Pandemie und ihre Auswirkungen treffen dich definitiv anders, wenn du chronisch krank bist. Gewisse Ängste hätte mich zu schlaflosen Nächten treiben können. Zum Beispiel ein tatsächlicher Engpass mit Medikamenten oder Stoma-Versorgung – nicht Klopapier, mein Gott –, das hätte mich wirklich getroffen. Denn entweder hätte mein Körper irgendwann wieder angefangen, sich selbst zu zerstören oder ich hätte mir buchstäblich ins Hemd gekackt. Es ist nicht eingetreten. Ich gehöre zur Risikogruppe, was wohl eher ein Nachteil ist. Nachteile habe ich auch, weil ich vorsichtiger bin, auch jetzt, wo man gewisse Dinge wieder darf. Für mich heißt das nicht, dass ich diese Dinge dann auch tun muss. Noch glaube ich, dass uns Nachlässigkeit schaden könnte. Und Vorteile? Nun ja, stell dir vor, du musst daheim bleiben, triffst niemanden, du besuchst niemanden und niemand besucht dich, du gehst nicht shoppen, gehst nicht aus oder auf irgendwelche Veranstaltungen. Ja? Jetzt stell dir vor, du hast dazu noch Schmerzen, dir fehlt die Kraft also bleibst du im Bett liegen oder du sitzt ständig nur auf dem Klo, von dem du gar nicht runterkommst und von lecker Essen kann auch nicht die Rede sein. Klingt beschissen? Und jetzt stell dir vor, alle anderen leben einfach ihr Leben weiter und du bist gefangen, isoliert … aber nur du, nicht die ganze Gesellschaft. Verstehst du, was ich sagen will? Ein chronisch Kranker, in meinem Fall einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, kennt das hier alles schon irgendwie. Und da das hier mein persönlicher Blog ist: Ich kenne das hier schon irgendwie. Menschen wie ich machen solche Krisen schon länger immer wieder mit und werden es unser ganzes Leben immer mal wieder tun. Wir sind dann mittendrin, nicht weil wir es wollen. Sondern, weil wir keine Wahl haben. Die Übung darin kommt mir sehr zu Gute, das ist mein Vorteil. Aber auch meine Sicht auf Dinge ist damit vorteilhaft trainiert. Denn neben der Frage, ob man den Job behält und weiterhin genug Geld für sein Leben besitzt, ist doch auch der seelische Zustand, die mentale Gesundheit von uns allen, gerade mindestens ein bisschen strapaziert.

Bei der nun folgenden Tabelle habe ich mir Hilfe von Bekannten und Freunden geholt und um ein paar Worte zu COVID-19 gebeten. Vielen Dank an dieser Stelle! Ich fragte euch, was euch nervt und was euch in Bezug auf die Zukunft Sorgen bereitet. Dabei verstehe ich total, was ihr meint und möchte damit nicht sagen, dass es euch nicht nerven bzw. sorgen darf. Manches davon hätte ich genauso geantwortet! Mit der Tabelle möchte ich euch nur zeigen, was genau einem chronisch Kranken bekannt vorkommt. Damit unser Leben etwas verständlicher wird, nun, da eine Situation in unser aller Leben getreten ist, die eine Gegenüberstellung möglich macht. Es sind ein paar mehr Punkte, wenn ihr Lust habt, schaut ihr sie mal an. Danke für eure Zeit, wenn ihr sie euch nehmen könnt. Wenn ich Gedanken da lassen wollt oder mir zukommen lassen wollt, tut dies gerne. Bleibt gesund!

EUCH NERVT nichts ICH DENKE, DASS ihr zu beglückwünschen seid 🙂
EUCH NERVT alles an dieser Situation! ICH DENKE, DASS mich manchmal die ganze Krankheitsscheiße auch so ankotzt, dass ich nicht drüber nachdenken will. Dann will ich nicht drüber reden oder gar diskutieren. Es gilt: Augen zu und durch, denn ändern lässt sich an der Lage bzw. der Krankheit nichts. Eine Art der Akzeptanz, die notwendig ist. Denn ohne das Annehmen einer Situation wird diese auch seltener erfolgreich gemeistert.
EUCH NERVT dass andere das Homeoffice als Urlaub missbrauchen ICH DENKE, DASS ich im Studium mit Nebenjob und mit chronischer Krankheit einen Kollegen hatte, dem einfach alles zuflog. Ich war sehr neidisch auf ihn. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und will uns meist etwas mitteilen. Ich habe mein Ding durchgezogen und war dann zufrieden mit mir. Letztlich muss man, wie oben angesprochen, vor seiner eigenen Haustür kehren.
EUCH NERVT dass Reise- und Freizeit-Beschränkungen das Leben dominieren ICH DENKE, DASS es für viele Menschen Neuland ist, eingeschränkt zu sein. Natürlich finde ich es aktuell auch schade um gewisse Dinge, jedoch ist das alles andere als neu für mich. Reise stornieren? Klar. Auch Geld dabei verlieren? Klar. Verabredung absagen? Klar. Damit unbeliebt machen? Klar. Last Minute zu Hause festsitzen? Klar. Es gibt noch so viele derartige Beispiele, wichtig ist in diesem Pandemie-Fall: Es wird vorbeigehen.
EUCH NERVT dass es nur noch dieses eine Thema gibt ICH DENKE, DASS mir das schwer bekannt vorkommt und auch mich nervt. Denn manchmal dreht sich jede Handlung nur noch um die Krankheit. Darf ich das? Kann ich das? Soll ich das? Manchmal wollen alle drüber reden und du nicht. Manchmal stellt dein Hirn nicht ab und bombardiert dich mit was-wäre-wenn und manchmal geht es dir wirklich so schlecht, dass andere Gedanken gar nicht möglich sind. Wirklich davon abschalten ist dann oft nicht drin. Wenn ein Thema überhandnimmt, kostet es Energie, andere Themen zu fokussieren. Das ist harte Arbeit!
EUCH NERVT die Koordination mit dem Geschäft und dem Homeoffice ICH DENKE, DASS wir alle froh sein dürfen um unsere Jobs. Einfach froh. Chronisch Kranke haben gern ein Problem, sich in der Arbeitswelt zu behaupten, ohne anzuecken. Die Situation hier ist temporär und immer noch besser, als im Geschäft euer krankheitsbedingtes Fehlen sowie eine chronische Krankheit zu rechtfertigen. Und dann hochkant rauszufliegen, obwohl ihr euch den Arsch aufreißt.
EUCH NERVT die Kontaktsperre ICH DENKE, DASS man sich wegen COVID-19 nicht nahekommen darf und in aktiven Krankheitsphasen nicht nahekommen kann oder will. Da ist das Zurechtkommen mit der Kontaktsperre einfacher, weil man nicht rauskommt oder niemandem zur Last fallen will. Noch mal, social distancing ist das falsche Wort. Es gibt heutzutage so viele Kontaktmöglichkeiten, wenn man nur will. Werdet kreativ, werdet retro und schreibt Briefe! Im Ernst.
EUCH NERVT die Unsicherheit ICH DENKE, DASS das zurecht nervt. Wie schlimm ist es wirklich? Was darf man, soll man, kann man? Womit eckt man nicht an? In einem Leben mit chronischer Krankheit ist Unsicherheit an der Tagesordnung. Wie weit im Voraus kann man etwas planen? Wie wird mein Leben in 2 Wochen, 2 Monaten, 2 Jahren oder 20 Jahren aussehen? Womit muss ich noch zurechtkommen? Wie schlimm steht es um mich wirklich? Wie lang geht es noch ohne OP? Wir leben ständig in Unsicherheit und trotzdem leben wir.
EUCH NERVT dass es unnötige Engpässe beim Einkaufen gab ICH DENKE, DASS mich das auch voll genervt hat. Man konnte, obwohl es möglich gewesen wäre, nicht normal einkaufen. Ich habe eine Woche nach Klopapier gesucht und inzwischen haben wir ein kleines Lager an Sachen. Ein Lager, das bis vor dieser Krise nicht existiert hat. Die Zeit für Hamsterkäufe ist definitiv noch nicht gekommen – ein leichter Vorrat ist aber nicht zu missachten und lässt einen gelassener sein.
EUCH NERVT die Dummheit und Leichtsinnigkeit von den anderen Menschen ICH DENKE, DASS mich das auch sehr nervt. Sie geben einem nicht den nötigen Abstand, nutzen die Masken vollkommen falsch und sind einfach ignorant, uninformiert und doof. Ja, auch in Bezug auf Krankheiten können Menschen gern rücksichtslos sein, uninformiert und dadurch unsensibel reagieren, wenn nicht sogar diskriminieren. Bei diesen Menschen ein Licht aufgehen zu lassen, ist manchmal sehr anstrengend und oft total hoffnungslos.
EUCH NERVT dass es so viele selbsternannte Experten gibt ICH DENKE, DASS ich ebenso genervt davon bin und deswegen oft weghöre, etwas wegklicke oder gar ausschalte. Jeder weiß nun selbst am besten über COVID-19 Bescheid, besser als jeder Virologe und wirklicher Experte. Bei einer Krankheit verhält sich das ähnlich und oft höre ich gar nicht hin oder bitte darum, dass aufgehört wird: Nein, du kennst meine Krankheit nicht besser als ich selbst. Nein, du bist nicht richtig informiert, steckst nicht in meinen Schuhen und bist nicht in der Position, mir Ratschläge zu geben oder sogar Kritik zu äußern. Nein.
EUCH NERVT und dass nun die Rebellen los sind ICH DENKE, DASS mir diese Wichtigtuerei von einigen ziemlich auf den Zeiger geht. Mich nervt es unwahrscheinlich, dass von Grundgesetzen geredet wird, wie man seiner Freiheit beraubt wird und man von einer Verschwörungstheorie in die nächste rutscht. Gesellschaft bzw. Gemeinschaft bedeutet, dass dein Ego-Arsch nun mal nicht allein auf der Welt ist.
EUCH NERVT die Negativität eurer Mitmenschen ICH DENKE, DASS meinereiner dieses Gefühl kennt und versucht, sich von genau solchen Menschen fernzuhalten. Entweder ist das eigene Mindset nicht kompatibel mit dem des anderen oder der andere ist einfach ein Pessimist. Das brauchen wir nicht in unserem Leben. Wir trennen uns von solchen Leuten, nehmen diese nicht mehr für voll oder steuern aktiv dagegen. Wenn es jemand ist, der die gleiche Diagnose hat, geht man meist sensibler vor – man will ja auch helfen. Die Krankheit ist wie eine Krise die nicht endet und bringt somit besonders fix die Negativität hervor. Mit COVID-19 geht es vielen Menschen nun so, sie sind überfordert und können nicht positiv oder nur neutral denken.
EUCH NERVT dass alles nur noch eingeschränkt möglich ist und die Selbstverständlichkeit weg ist ICH DENKE, DASS das genau der Inbegriff von einer chronischen Krankheit ist. Man muss lernen, mit Einschränkungen zu leben, sie zu umschiffen, kreativ zu werden und die Selbstverständlichkeit immer wieder zu suchen und zu finden. Vergesst das nicht, wenn dieser Krise vorbei ist, denn andere machen dieses Spiel ein Leben lang.
IHR SEID BESORGT, DASS geliebte ältere Verwandte, geliebte Menschen der Risikogruppe und generell gerade Benachteiligte leiden oder sterben könnten MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT habe ich dieselbe Sorge. Natürlich möchte ich nicht, dass mir nahestehende Menschen negativ von COVID-19 beeinträchtigt werden. Aber mit meinen Medikamenten möchte ich auch einfach selbst nicht unters Rad geraten. Nicht jetzt, wo ich nur nicht Teil eine Beziehung bin, sondern eine Mama!
IHR SEID BESORGT, DASS ihr selbst jemanden ansteckt, der darunter dann zu leiden hat MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT verstehe ich das, muss wirklich nicht sein. Jedoch muss auch betrachten, dass man Leute generell schon gefährdet, wenn man in ein Auto steigt. Das soll keine Entschärfung von COVID-19 sein, sondern nur ein anderer Blickwinkel. Wir haben uns an andere Risiken einfach nur schon gewöhnt. Es gibt so viele Möglichkeiten, anderen Leuten zu schaden. Haltet euch an die paar Regeln, dann habt ihr euch nichts vorzuwerfen.
IHR SEID BESORGT, DASS ob ihr nach der Krise noch einen Job habt, besonders, wenn ihr im Tourismus arbeitet MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT ist das eine konstante Sorge. Durch vermehrte Fehlzeiten und eine dadurch entstehende „Unzuverlässigkeit“ habe ich bereits Jobs verloren, habe diese aber auch schon geschmissen, weil ich merkte, dass sie mir nicht gut getan haben. Ich habe immer Sorgen um meinen Job, selbst wenn ich gut abliefere. Chronisch krank zu sein ist oft gleichzusetzen mit Probleme in der Arbeitswelt. Man gewöhnt sich nut schwer daran.
IHR SEID BESORGT, DASS … ach quatsch, keine Sorge vorhanden MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT kann ich euch auch hier nur noch mal beglückwünschen. Entweder habt ihr wirklich keine Sorgen oder sie sind euch noch nicht aufgefallen. Ich hoffe auf die erste Variante!
IHR SEID BESORGT, DASS die Wirtschaft langfristig leidet, unsere Möglichkeiten z.B. beim Reisen dezimiert werden und das Leben nun teurer wird MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT muss ich diese Sorge wohl alleinig COVID-19 zuschreiben. Es sind alles äußere Entwicklungen, auf die ich als einzelner Mensch keinen Einfluss habe. Deswegen tue ich es mir auch nicht an, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Es ist nicht meine Aufgabe. Aber ich befürchte, dass solche Dinge auf uns zukommen könnten
IHR SEID BESORGT, DASS sich die Natur nun rächt. Was wird noch kommen? MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT bzw. ich ganz persönlich, würde das auch so sehen. Wir muten unserem Planeten ziemlich viel zu. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies noch eine harmlose Pandemie ist und ich in meinem Leben noch viel üblere Pandemien erleben werde. Ich hoffe, dass ich sie trotz Vorerkrankung und Handicap immer gut überstehe.
IHR SEID BESORGT, DASS diese Krise noch lange anhält und euer Kind vielleicht nicht normal und unbeschwert aufwachsen kann MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT bzw. viel mehr als Mama einer 6 Monate alten Tochter, habe ich mir diesen Gedanken auch schon gemacht. Aber es gilt das gleiche wie zuvor: Ich zerbreche mir nicht den Kopf, weil ich es nehmen muss, wie es kommt. Das Beste aus jeder Situation zu machen, muss immer das Ziel sein.
IHR SEID BESORGT, DASS es kein „nach COVID-19“ geben wird MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT kann ich nur sagen: HALLO! Willkommen in meiner Welt. Ich werde nie wieder ein Leben ohne Crohn haben, ich werde ihn immer in mein Leben einbinden müssen, er wird mir immer wieder Steine in den Weg legen und es gibt kein Danach. Ich habe immer diesen Schatten, der mich begleitet, jede Sekunde an jedem Tag meines Lebens. Selbst wenn es kein definitives „nach COVID-19“ gibt, wird es doch mit der Zeit entschärfter.
IHR SEID BESORGT, DASS die Menschen aus dieser Krise nichts lernen MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT hat das nichts direkt zu tun. Jedoch stimme ich den Menschen zu, die diese Sorge ausgesprochen haben. Ich glaube, dass die meisten Menschen nichts daraus lernen wollen bzw. keine Schlüsse für sich daraus ziehen WOLLEN. Sie haben daran kein Interesse und dann kann ich nur wiederholen: Schaut nach euch selbst und denen, die euch lieb sind.
IHR SEID BESORGT, DASS wir nie wieder normal leben können MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT stelle ich mich genau dieser Aufgabe. Man gewöhnt sich an eine neue Normalität, weil man es muss. Ich weiß durch meine Krankheit, dass man sich an erschreckend viel gewöhnt und mit jedem Tag an dieser Aufgabe wächst. Das Leben wird weitergehen und wir werden uns auch an neue Risiken gewöhnen, sie in unser Leben einbinden. So wie ich die Krankheit und all seine Nebenbaustellen in mein Leben eingebaut habe. Dieses beklemmende Gefühl, mit dem viele von euch gerade zu tun haben, nicht zu wissen, wann dieser Ausnahmezustand endet – seid gewiss, dass unser Leben weitergehen wird. Ein chronisch Kranker entkommt dieser Beklemmung manchmal sehr schwer.
IHR SEID BESORGT, DASS man eigentlich immer noch so wenig Wahres in Bezug auf COVID-19 weiß, vielleicht sogar ein erneuter Lockdown kommt MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT bin ich solch drastische Unsicherheit, Ungewissheit und auch Unplanbarkeit des Lebens gewöhnt. Die Sorge ist berechtigt, jetzt im Moment. Für mich und für viele aber ist sie alltäglich. Wir wissen nicht, was kommt. Und wenn es uns trifft, wie heftig werden wir zu Boden gerissen? Wie oft noch? Wir wissen es nicht, keiner weiß es.
IHR SEID BESORGT, DASS die Selbstverständlichkeit, wie wir sie kannten, fort ist und fragt euch, ob wir uns je erholen werden. Goodbye  Ungezwungenheit MIT MEINER CHRONISCHEN KRANKHEIT und der Diagnose einer solchen verschwindet die Selbstverständlichkeit für alles, von einer Sekunde auf die nächste. Die Krankheit bleibt wahrlich für immer (diese Krise bzw. Einschränkungen mit hoher Wahrscheinlich nicht) und Selbstverständlichkeit muss man sich erarbeiten und erkämpfen. Ungezwungenheit, das ist etwas, was wir zeitweise vollständig verlieren…

 

… und doch geht es weiter!

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