Ein mitreißendes und passioniertes Vorbild

Es gibt immer wieder Momente, in denen ich meine Art, aufzuklären – nun ja – erklären muss. Aufklärung funktioniert nur, wenn die Dinge ausgesprochen werden, wie sie in Wirklichkeit sind. In allen Bereichen des Lebens, denn alle Bereiche sind betroffen Aufklärung passiert nicht einfach so Ausversehen, sie ist proaktiv und gewollt. Sie passiert nicht geheim hinter verschlossenen Türen, sondern in offenem Austausch. Aufklärung muss jeden ansprechen – den Betroffenen, das direkte Umfeld und die ganze Gesellschaft.

Bild vom Sommer 2020 – nicht aktuell

Ein mitreißendes und passioniertes Vorbild. Das wäre ich gerne für jeden Betroffenen, der meine Bilder sieht, meine Gedanken ließt und mein Leben mitverfolgt. Auch, wenn ich selbst kämpfe. Es wäre das höchste Lob. Nach Jahren der Suche habe auch ich Vorbilder gefunden, die mich auf meiner Reise mit Crohn und Stoma mit ihrer Art unterstützt und geleitet haben. Sie haben mich mit erschaffen, wie ich jetzt bin. Sie haben mir geholfen. Sie haben mir mit ihrer Offenheit Sicherheit gegeben. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar und verbunden.

Brauchen wir Vorbilder – vielleicht sogar schlechte und gute zugleich – um uns zu entwickeln und zu lernen? Nicht um ein einfacher Abklatsch von diesen Vorbildern zu werden, sondern um uns dabei selbst zu finden? Brauchen wir authentische und menschliche Vorbilder, um in einer Welt voller Masken, Fakes und Heuchelei einen Funken wahren Glückes zu empfinden? Voller Fehler und verletzlich sein, sich selbst nicht zu ernst nehmen, aber den richtigen Dingen Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit zu schenken und damit anderen zu helfen?

Ein mitreißendes und passioniertes Vorbild. Jemand, dessen Meinung man sich gerne anhört, um zu lernen oder daraus zu lernen, es besser zu machen. Jemand, der gesunde und wohl überlegte Anreize für mehr Leben gibt. Jemand, den man respektiert und mit dem man fühlt. Jemand, der einen bewegt. Jemand, an dem man sich orientieren kann aber niemals muss. Jemand, der einem gut tut. Jemand, der einen inspiriert, sich selbst zu verbessern. Jemand, der ermutigt, auch wenn es schwer wird. Gerade dann zeigt, dass es weitergehen muss. Jemand, in dem man sich wieder erkennt – so wie man wirklich ist. Weil man so sein darf.

Es ist mir extrem wichtig, zu vermitteln, dass jeder Einzelne von uns sein größter und bester Befürworter werden kann und sein sollte. Sein eigenes Vorbild, sein eigener Nordstern. Und dafür braucht es oft einfach etwas Unterstützung, etwas Anschubshilfe, etwas Licht im Dunkeln.

Ich bin die Frau, die ich vor sechs Jahren selbst gesucht habe und gebraucht hätte.

Teil 2 der Vorbild-Serie hier

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