Darf ich mich vorstellen?

Steckbrief 1:

Mein Name ist Elisa, ich bin Mitte 30 und im Süden Deutschlands Zuhause. Geboren wurde ich aber in Dresden zu Zeiten der DDR. In meiner Jugend habe ich bereits ein Jahr in den Staaten gewohnt. Ich bin seit 5 Jahren verheiratet und zusammen haben wir eine Tochter. In unserem Reihenhaus mit Garten und samt einer tollen Nachbarschaft sind wir Daheim. Meine sonstige Familie ist klein und der Freundeskreis umfasst ein paar Händevoll toller Menschen, die aber nicht unmittelbar hier wohnen. Deswegen sind wir und ich u.A. oft unterwegs in Deutschland und das Reisen ist die allergrößte Leidenschaft meines Lebens. Fernweh verspüre ich schon so lange ich zurückdenken kann und ich habe noch sehr viele offene Ziele. Ich bin ein selbstständiger, lauter und eigensinniger Mensch. Ich bin schon aus einem Flugzeug gesprungen, habe mit Delfinen getaucht und fühle mich in der Englischen Sprache so Zuhause wie in meiner Muttersprache Deutsch. Das mache ich mir in meinem Beruf als Export-Sachbearbeiterin zu nutze, wenn wir Kunden weltweit mit unseren Rollstuhlzusatzantrieben versorgen. Ich liebe meine Arbeit und das Team, auch wenn ich aktuell nur in Teilzeit da bin. Studiert hatte ich Tourismusmanagement, aber manchmal kommt es nicht darauf an, welches die ersten Schritte sind, sondern wohin einen die Füße letztlich tragen. Wenn ich nicht arbeite und gerade etwas Zeit für mich habe, schaue ich gerne Filme (Film-Nerd) oder höre laut Musik (dass man den Bass spürt), lerne Schwedisch, schwimme und fahre Fahrrad oder arbeite an Inhalten für meinen Blog. Da ich seit vierzehn Jahren Morbus Crohn habe und Stomaträgerin bin, möchte ich mit meinen Erfahrungen einen Beitrag zur Aufklärungsarbeit leisten.

Darauf bin ich sehr stolz.

Steckbrief 2:

Mein Name ist Elisa und seit 14 Jahren habe ich Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Ich bekam sie, als ich mein Abitur schrieb und meine Zukunft starten sollte. Ohne moderne Medizin wäre ich nicht mehr am Leben, aber ich bin noch da. Trotzdem – ohne chronische Krankheit und all die vielen Dinge, die das mit sich bringt, hätte mein Leben sich sicher anders manifestiert. Ich litt still und allein für viele Jahre unter Inkontinenz, bis ich das Leid nicht mehr ertrug. Aus diesem Schaden heraus bin ich seit fast 7 Jahren Stomaträgerin auf Lebenszeit. Einige Operationen habe ich schon hinter mir, verschiedene Medikamente ausprobiert, viele Ärzte sowie Krankenhäuser gesehen. Ich lebe das Leben eines chronisch Kranken: Mein Körper mag öfter nicht, wie ich in Wirklichkeit gerne würde und andauernd liegen Stolpersteine auf meinem Weg. Damit muss man leben lernen, immer wieder. Inzwischen halten mich mehrere autoimmune Diagnosen auf Trab, neben dem Darm ist die Haut ein großes Thema. Ich muss ständig an mir arbeiten und oft gelingt es mir nicht sofort. Immer wieder kämpfe ich mit Ängsten und Unsicherheiten. In ein paar Tätigkeiten bin ich eingeschränkt, gerade beim Tragen von Dingen. Ich bin ein sehr strukturierter, gefühlsbestimmter und willensstarker Mensch. Die Vehemenz und Unberechenbarkeit meiner Krankheiten ist stets eine Herausforderung für mich, aber ich boxe mich durch. Ich habe studiert, mich inzwischen in der Arbeitswelt behauptet, eine Familie gegründet sowie ein Kind geboren und darf in meiner Freizeit Dinge tun, die mich zufrieden machen. Meinen Grad der Behinderung sieht man mir nicht an, was mit ein Grund ist, dass ich mich für Aufklärungsarbeit engagiere. Ich habe schon Einiges überstanden und bin stolz darauf, dass ich soweit gekommen bin.

Zwei Steckbriefe.

Zwei Wahrheiten.

Aber ein Mensch.

Mit einem Leben.

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