Schwarz auf Weiß

Wenn du ein Buch schreiben müsstest, worüber würdest du schreiben?

Wer meine Texte ein bisschen kennt, weiß, dass ich mich schriftlich ausdrücken kann. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich mich sehr gern schriftlich austausche. Wer mich schon früher kannte, weiß, dass Journalismus mal auf der Liste von Traumberufen stand und „ein Buch zu schreiben“ ein großer Traum von mir ist.

Mit diesem Blog habe ich mich entwickelt, bald gehen wir sechs Jahre gemeinsam durch’s Leben. Es ist eine Idee, die inzwischen mehr zu mir gehört, als ich je hätte denken können. Ich bin meinem schriftlichen Format treu geblieben, weil ich mich damit am Wohlsten fühle und kombiniere es sehr gerne mit meinen Bildern. Es ist in diesen Jahren schon sehr viel Material online zusammengekommen und immer wieder denke ich, dass dieser Blog für sich bereits autobiografische Züge aufweist. Der Inhalt hätte ein Buch füllen können und kommt meinem Traum vom eigentlichen Buch schon sehr nah. Nicht, dass das 2017 meine Idee war. Ich wollte nur aufklären und was das wirklich bedeutete, war mir zu Beginn auch noch nicht richtig klar. Mein Blog ist inzwischen bunt wie mein Leben und darauf bin ich stolz. Die Frage, worüber ich ein Buch schreiben würde, hat mich realisieren lassen, dass das Universum tatsächlich Dinge im meinem Leben manifestiert – wenn auch auf andere Art und Weise als ich fähig bin, sie mir vorzustellen. Und wie schön ist das denn?

Inzwischen hab ich verstanden, was es bedeutet, aufzuklären und bin nicht nur stolz darauf, wie bunt mein Blog ist, sondern wie unverschleiert und offen die Worte darauf gewählt sind. Drei Gründe, warum mein Blog noch heute lebt, wurden mir in wenigen Antworten vor ein paar Wochen belegt. Du kennst mich und willst wissen, was ich denke und wie es mir geht. Du teilst meine Behinderung und willst wissen, wie ich damit lebe und warum ich so bin wie ich bin. Du kennst mich nicht, aber du kennst jemanden wie mich oder beschäftigst dich mit Menschen wie mir und willst wissen, worum es geht und wie sich all das anfühlt. Hier gibt es Einblicke. Für alle. Ungefiltert. Für die, die Ihre eigene Welt vergrößern und ihre Perspektive herausfordern wollen oder die, die sich selbst dadurch besser fühlen wollen und die, sich hieraus etwas für sich mitnehmen wollen.

Ob man den Blog ließt oder ein Buch, die Gründe für die aufgewendete Zeit wären identisch. Früher dachte ich, ein Buch und ein Blog würden mich in verschiedene Richtung führen. Ein Blog würde nicht den selben Effekt haben oder gar die selben Bedürfnisse befriedigen. Als ich jung war, hätte ich niemals gedacht, dass Texte über mich es wert wären, veröffentlicht zu werden. Dass mein Leben eines wäre, von dem ich erzählen will und dass es so Vieles für diesen Traum „Buch“ hergeben würde. Dass das Schreiben darüber so einfach und zugleich so erleichternd sein würde. Eine lange Zeit war ich überzeugt, dass Blog und Buch einander ausschließen müssten und nichts miteinander zu tun haben könnten.

Ich bin inzwischen etwas schlauer.

Inzwischen bin ich überzeugt, dass ein Buch durch den Blog überhaupt erst in greifbarer Nähe scheint und sich beides komplettiert.

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