Endometriose 4

Der erste Tag in Monaten, an dem ich ohne fremde Hilfe aus meinem privaten Umfeld eigenbestimmt ein paar Stunden die Aufgaben Aufgaben sein lassen und nichts tun darf. Der erste Tag in Monaten. Keine Arbeit, keine Hausarbeit, keine Kinderbetreuung, keine Aufgaben. Ich darf mich entscheiden, keiner meiner Verpflichtungen nachzugehen. „Einfach so“ gehe ich nur einer einzigen Verpflichtung nach, nämlich die, nur etwas für mich zu tun!

Nachdem ich die Kleine in die Kita gebracht habe, bin ich zurück ins Bett und prompt wieder eingeschlafen. Durch den Wecker aufgeweckt, bin ich zum langersehnten Frauenarzttermin hier im Ort (Ausführliches folgt gleich), nur um mir danach meinen liebsten Kartoffelbrei zu kochen, vom Konditor um die Ecke das leckerste Dessert zu essen und dann wieder ins Bett zu fallen, … bis mich auch hier wieder der Wecker erinnert, dass die Kita bald aus ist. Wie sehr hab ich so ein paar Stunde gebraucht und bräuchte noch mehr davon. Ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Wochen ein paar Auszeiten haben darf, die mich wieder etwas erden. Das brauche ich jetzt sehr.

Seit 3,5 Monaten nehme ich nun die Pille Maxime, ich berichtete derzeit. Zwar hat die für mich sehr gut gegen die Endometriose funktioniert, denn ich war wirklich fast komplett Beschwerde- und Schmerzfrei, wirklich toll. In der Zeit hatte ich eine Zwischenblutung von 10 sich lang dahin sitzenden Tagen, in denen ich wieder viele Schmerzen hatte. Früher bei meiner sehr regelmäßigen Periode wusste ich, wann ich eingeschränkt bin und wie lang. Zwischenblutungen kommen ohne Warnung und sind nicht planbar. Durch die Maxime hatte ich immer wieder mit Appetitlosigkeit und Übelkeit zu kämpfen, was ok ist. Was nicht ok ist, ist mein aktiverer Crohn 😦 Ich habe vermehrt Durchfall, ich habe Krämpfe, ich bin erschöpft. Schließmuskel und Rektumstumpf sind schmerzhaft entzündet und erinnern mich jeden Tag, dass die komplette Entfernung irgendwann an der Zeit sein wird. CEDs stehen im Beipackzettel, ich hatte gehofft, dass es mich nicht trifft. Da es das aber tut, möchte ich nun die Pille wechseln. Im Voraus habe ich mir in der Frauenklinik in Tübingen per Mail Rat nach Alternativen geholt, die nun mit dieser Entwicklung probiert würden. Leider war die Ausbeute da nicht so gut, denn eigentlich wäre es nur ein Herstellerwechsel mit dem gleichen Inhalt des Beipackzettels. Ich forschte weiter und versuchte bei Gleichgesinnte Rat. Leider auch hier wenig Feedback auf eine sehr spezielle Anfrage, aber eine Antwort kann reichen. Nun darf ich heut wieder zu meiner neuen Frauenärztin, die mir sagt, was ich schon denke: ich habe hier nichts zu verlieren, wir probieren den Tipp der einen Antwort. Es hat Potenzial – wenn der Crohn weiter schlimmer wird, probieren wir weiter. Das ist das Rad, in dem ich mich befinde.

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