Kopf und Herz - Thoughts and Feelings

Die Löffelliste als persönlicher Ansporn

Der Begriff Löffelliste entspricht dem englischen Begriff bucket list. Angelehnt an die Redewendung „den Löffel abgeben“ bezeichnet er eine Auflistung von Dingen, die man vor dem Tod erreichen möchte. Eine Zeit lang war dieser Begriff in aller Munde, es gibt Internetseiten und Ratgeber in Form von Büchern. Was manche Menschen vergessen, ist, dass es sich hierbei um eine wahnsinnig sensible, individuelle und in meinen Augen wichtige Angelegenheit handelt. Der tiefere Sinn einer Löffelliste geht meiner Meinung nach verloren, wenn man allgemeine Listen kopiert, ohne diese an sich anzupassen oder aber man sich zu wenige Gedanken über seine eigene Vorstellung macht. Ich bin mir sicher, dass manche Menschen Löffellisten auch als Blödsinn empfinden oder nicht denken, dass es wirklich einen Sinn hat. Ehrlich gesagt kann mir das egal sein, denn mir bringt es etwas und das zählt.

Was ist eine Löffelliste also in meinen Augen? Es ist meine persönlich erstellte und mit Kategorien strukturierte Liste, die mit der Zeit auch ergänzt wird. Entstanden ist sie vor etwa eineinhalb Jahren, wahrscheinlich in dem Moment, in dem ich realisierte, dass ich in dieser Liste ein Hilfsmittel zur Erfüllung meiner Vorstellung des Lebens haben würde. Ein Leben mit Krankheit, welches trotzdem und vielleicht gerade deswegen mit guten Dingen erfüllt sein sollte. In einem Leben, das immer wieder geprägt ist von Entmutigung, Angst, Chaos, Schmerz oder auch Einsamkeit, braucht es einen roten Faden. Und das ist die Liste immer wieder. Menschen mit klar formulierten Zielen und Vorstellungen sind erfolgreicher und zufriedener, denn sie wissen, was sie wollen und können konkret daran arbeiten. Aufgelistet werden materielle Sachen, persönliche Wünsche, Visionen für das alltägliche Leben, Reiseziele und so weiter. Dieser rote Faden ist mir eine Unterstützung, ein Antrieb in guten und schlechten Zeiten, um meine Vorstellung wahr werden zu lassen.

Sicherlich überschneiden sich ein paar Punkte mit anderen Löffellisten, wahre Löffellisten sind aber unkopierbar und somit einzigartig in ihrer Gesamtheit. Ich möchte hier einen kleinen Einblick in meine löffelige Liste geben. Es ist ein Teil von über achtzig Punkten, der mich teilweise repräsentiert. Meine ganze Liste bildet mich somit auch ab, ist eine andere Sicht auf mich und mein Leben, wie ich es mir erdacht habe. Ich habe meine Liste mit Herzblut geschrieben und ich bin mir sicher, wenn ich am Ende meiner Tage an all die Haken zurückdenke, die ich darauf gemacht habe, dann kann ich mich sehr glücklich schätzen. Vor allem, weil ich die meisten Punkte mit meinen Mann teilen darf. Ich möchte am Ende der Zeit nicht zurückdenken und meinen, ich hätte Chancen verpasst und nicht richtig gelebt. Ich werde wahrscheinlich nicht jeden Punkt abhaken können, aber das ist auch nicht schlimm, denn man muss sich ordentliche Ziele setzen. Friedrich Nietzsche sagte einst: Ziele nach dem Mond. Selbst wenn du ihn verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen.

Kategorie Körper – Ziel: Meine Kontinenz wiedererlangen. Mit Stoma habe ich dies erreicht. Anders als gedacht, aber es ist ein Leben mit einer vertretbaren Lösung.

Kategorie Körper – Ziel: Ein Tattoo am Fuß mit Bezug zu meiner Krankengeschichte. Mir fehlt es noch an der genauen Vorstellung und jemandem, der es mir sticht.

Kategorie Beziehungen – Ziel: Traumhochzeit mit meinem B. Definitiv erreicht, denn es war das perfekte Fest, sogar zwei perfekte Feste. Dazu im nächsten Eintrag mehr.

Kategorie Beziehungen – Ziel: Freunde als Mittelpunkt der freien Zeit. An diesem Ziel ist man sein Leben lang dran. Meine Freunde sind mir sehr wichtig und ich kann auf sie zählen.

Bereich Bildung – Ziel: Mein Englisch einmal professionell einsetzen. Seit meinem Auslandsjahr fühle ich diese Sprache, fühle mich wohl. Ich möchte dieses Gefühl für etwas nutzen. Die Umsetzung steht noch nicht.

Bereich Bildung – Ziel: Gebärdensprache lernen. Ich denke, dass es eine gute Sache wäre, ich Menschen damit helfen könnte und ich eine neue Fähigkeit erlernt hätte. Umsetzung offen.

Bereich Status  – Ziel: Einmal 1. Klasse Langstrecke fliegen. Ich fliege so schon gern, diese Erfahrung voller Luxus wäre unvergesslich. Umsetzung noch offen.

Bereich Status – Ziel: Einen Mustang besitzen. Die Bedeutung des Autos geht weiter über den Motor hinaus, es ist ein Stück Amerika, ein Stück meines Herzens. Umsetzung noch offen.

Bereich Wünsche – Ziel: Einmal im Leben körperlich aktiv pilgern. Um der Erfahrung willen, um sagen zu können, dass ich es geschafft habe. Umsetzung noch offen.

Bereich Wünsche – Ziel: Theater spielen. Eigentlich wollte ich Schauspielerin werden, spielte in der High School Drama auf der Bühne. In Rollen schlüpfen, das würde ich gerne wieder.

Bereich Aktivitäten – Ziel: Einmal Killerwale in der freie Natur sehen. Seit Free Willy bin ich unrettbar fasziniert. Es sind keine Kuscheltiere, es sind intelligente Biester der Meere. Ich will sie sehen.

Bereich Aktivitäten – Ziel: Einen Fallschirmsprung machen. Trotz Höhenangst, die ich nicht verspürte, als ich aus dem kleinen Flugzeug fiel. Wahnsinnsgefühl. Erledigt!

Bereich Reisen – Ziel: Landschaften von Südamerika erleben, z.B. in Argentinien und den Amazons. Atemberaubend Welt. Dies nur als Beispiel von vielen Reisezielen, die wir in Zukunft wahr machen werden.

Bereich Reisen – Ziel: Alle Hauptstädte Europas besuchen. Paris, Wien, Berlin, Oslo, Luxemburg und Wien haben wir schon geschafft. Als nächstes Ziel schon gebucht: London.

Bereich Reisen – Ziel: Einen der Pole bereisen. Ich fürchte die Kälte nicht, die Pole sind ganz besonders und so wichtig für unsere Erde. Ich will das weiße Wunder aus Eis einmal sehen, aber wie ist noch unklar.

Bereich Reisen – Ziel: New York City erleben, die Stadt die niemals schläft, die nicht zu stoppen ist. Eine Woche lang waren wir dort und haben Unvergessliches erlebt. Der Bericht darüber folgt noch.

Bereich Reisen – Ziel: Einmal zum Flughafen fahren und Abfliegen. Einfach so, einfach spontan ins Abenteuer hinein. Die Idee kommt von meinem Mann, da mach ich mit.

Und wann löffelst du los?

Ein Kommentar zu „Die Löffelliste als persönlicher Ansporn

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